Herdfeuer

Narrativ-keltische Kurswochen

 

(Das Herdfeuer) ist eine machtvolle Metapher für die spirituelle Suche, denn die Herdstelle ist, wo das Herz zu Hause ist. Dies ist die Sehnsucht in jeglicher Spiritualität: aus dem Winter der Entfremdung, Selbst- Ferne und Verbannung ins Innere und an die Herdstelle der Wärme und des Einsseins zu gelangen.

John O'Donohue, Die Vier Elemente

Wer kann sich in diesen Worten nicht wiederfinden? Wer kennt das Verlangen nicht, das in diesen Sätzen und in der Metapher des Herdfeuers steckt?

  • In diesen narrativ-keltischen Kurswochen will Siebenquell es aber nicht bei der Sehnsucht belassen. In einer Welt, die uns die Schöpfung näher bringt, ganz im Sinne der keltischen Erzähler, bieten wir Menschen die Möglichkeit, den dreifachen Segen des Herdfeuers zu entdecken und zu genießen.

 

Setz dich, wärm dich, bleib bei uns, nimm teil: Der erste Segen des Herdfeuers

»Auf dem Land war die Herdstelle der Mittelpunkt des Hauses. Vor der Ankunft des Fernsehens oder des Radios war sie der Ort, um den sich die Familie scharte... Die Herdstelle ist aber auch der Ort der Wärme, der Zugehörigkeit und der Intimität. «           

 

  • Auf dem Ritten oberhalb von Bozen in über 1000 m Höhe werden wir eine Woche verbringen, das Gemeinschaftsleben miteinander tragen und gestalten. Wir teilen miteinander Brot, Erfahrungen und Geschichten.

 

Ein Ort, an dem große Unterhaltungen Raum und Zeit bekommen: Der zweite Segen des Herdfeuers

»Die Herdstelle war auch der Ort, an dem wunderbare Gespräche stattfanden. Heutzutage scheint der Austausch von Wissen und Weisheit auf die Datenautobahn reduziert worden zu sein. Wir vergessen, dass Kultur bis vor kurzem durch das geschriebene Wort und die mündliche Überlieferung weitergegeben wurde. Auf dem Land war die Herdstelle der Ort, an dem die Kultur, das Empfinden und die Intuition des ländlichen Lebens mitgeteilt wurde. Dies geschah nie auf analytische oder diskursive Weise, sondern stets in Form von Erzählungen. Am Herdfeuer wurden die Geschichten unserer Kultur erzählt.«   

 

  • In dieser Woche nehmen wir uns bewusst Zeit zum Gespräch über die wichtigen und wesentlichen Themen des Lebens. Jeden Morgen arbeiten wir intensiv im Haus. Jeden Nachmittag gehen wir in die Seelenlandschaften der Umgebung und lauschen dem Herzschlag Gottes in der Schöpfung, um alle Geschichten wahrzunehmen, die Gott uns erzählen möchte. Abends versammeln wir uns um das Herdfeuer, um große keltische Geschichten zu hören und sie durch irische Lieder ins Herz weben lassen.

 

Ein Ort, an dem unser Geist gehegt und gepflegt wird: Der dritte Segen des Herdfeuers.

»So wie jeder Mensch einen anderen Geist hat, besitzt auch jedes bewohnte Haus einen einzigartigen Geist. Die Herdstelle war der Ort, an dem dieser Geist gesammelt, verfeinert und bewahrt wurde. Möglicherweise war das auch der Ort, an dem die römischen Hausgötter, die Laren und die Penaten, ihren Ursprung hatten. Die keltische Tradition besitzt ein feines Gespür für die Heiligkeit der Herdstelle. Ja, es gab spezielle Gebete  für das Zudecken des Feuers.«

 

Diese Kurswoche wird uns helfen, Freundschaft zu schließen mit der keltischen Lebenshaltung. Sie bietet uns die Möglichkeit, wie die Kelten die Welt zu betrachten, nämlich durch ein langes, liebevolles Anschauen der Realität (Landschaft und Wort), damit wir leben können, was Huub Oosterhuis mit dichterischer Wärme so erzählt:

»Mach neu das Herz, erhelle den Verstand, dass wir einander halten und beleben, mach uns zu deiner Gemeinde.«

 

Termin: 22. - 28. September 2018

Ort: Haus der Familie, Lichtenstern bei Oberbozen in Südtirol