Brunnentage

Brunnentage sind Besinnungstage der ganz besonderen Art. Sie sind geprägt von unserer narrativen theologischen Art der Seelsorge. Unser Herzensanliegen ist es immer, dass biblische Erzählungen nicht tote Buchstaben auf dem Blatt bleiben. An einem Brunnentag möchten wir Menschen in die Welt der biblischen Erzählung begleiten, damit diese Geschichten Gottes zu einer Quelle des Lebens, eben zu einem Brunnen, werden. Deshalb wollen wir uns an einem Brunnentag diesen Erzählungen des Glaubens so annähern, dass sie zu Orten der lebensmehrenden Begegnung zwischen unseren persönlichen Geschichten und den biblischen Geschichten werden.

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» Geschichten machen uns lebendiger, menschlicher, mutiger und liebevoller. « ~ Madeleine L'Engle

 

Brunnentage 2022

Irenäus von Lyon schrieb: »Die Herrlichkeit Gottes ist der voll lebende Mensch«. Madeleine L'Engle macht klar, dass diese Fülle des Lebens im Menschen nicht geschehen wird ohne Geschichten.

Geschichten machen uns lebendiger. Gerade nach der Pandemie spüren Menschen, dass sie, obwohl sie überleben konnten, sich nicht lebendig fühlen. In Bezug auf das Wort »Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen, Leben in ganzer Fülle« sagt John Shea: »Wir leben auf der falschen Seite des Kommas.« Wir haben Leben, aber nicht Leben in Fülle. Geschichten erinnern uns oft schmerzhaft daran, dass das, womit wir uns gerade abgegeben, noch längst nicht die Fülle ist, die möglich ist. 

Geschichten machen uns menschlicher. Jeder von uns weiß, wie schwer es ist, wahrhaft ein Mensch zu sein auf Erden. Ein authentischer Mensch zu werden ist eine komplizierte Angelegenheit. Geschichten erinnern uns daran, dass auch hier eine Fülle von Potenzial in uns steckt, das noch befreit, entfaltet und gewagt werden sollte. 

Geschichten machen uns mutiger. Im Laufe unseres Lebens ist Mut mehr als einmal erforderlich. Geschichten werden dort geboren, wo wir Kämpfe durchstehen und Schicksale durchleben. Wir beginnen Geschichten zu erzählen, wenn Triumphe mit Misserfolgen getanzt haben.

Geschichten machen uns liebevoller. Die Liebe ist so vielfältig wie die Schmerzen der Seele, die sie zu berühren, zu umhüllen und zu heilen versucht. Geschichten erinnern uns, wo die Flüche des Lebens sind, die unseres Segens bedürfen, und wo die Wunden sind, die unsere Küsse brauchen. Sie erwecken Mitleid, Sorge und Engagement, wo Kälte eingeschlichen ist. Sie können Tränen auslösen, wo die Dürre das Herz zu lange beherrschte. 

Diese Vielfalt der Geschichten ist nötig, eben weil es keine Einheitsgröße für alle Erfahrungen des menschlichen Lebens gibt. Das ist es, was die Fülle des Lebens bedeutet. Das II. Vatikanische Konzil lehrte: »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.« (Gaudium et Spes 1) Deshalb brauchen wir viele Geschichten, um die vielen Facetten dessen zu berühren, was es bedeutet, mit unserem Gott und miteinander zu leben und zu gehen.

Madeleine L'Engle schenkt uns einen weiteren Gedanken mit auf die Erzählreise: »Wir sind alle Fremde in einem fremden Land, sehnen uns nach Zuhause, wissen aber nicht so recht, was oder wo unser Zuhause ist. Wir erblicken es manchmal in unseren Träumen oder wenn wir um eine Ecke biegen, und plötzlich ist da eine seltsame, süße Vertrautheit, die fast so schnell verschwindet, wie sie gekommen ist.«

Im Geiste Vinzenz Pallottis und mit großen Impulsen aus der narrativen Theologie, mögen wir diese seltsame, süße Vertrautheit zusammen suchen und finden.

 

Das unendliche Leben einer wunderschönen Geschichte: Das Buch Rut

Mo 17.01. »Rut« startet im April
Mo 14.02. Alternativ in diesen 3
Monaten
Mo 14.03. ein Online-Angebot.
Mo 11.04. Eine Fremde geht auf Reisen und kommt als Unbekannte in die Stadt: Rut kennenlernen (Karl und Sylvia Ditt)
Mo 02.05. Die Welt neu erträumen: Perspektiven des Lebens, wenn alles Kopf steht
Mo 13.06. Ein Ausweg aus der Gewalt: Weg von Stereotypen, hin zur menschlichen Begegnung
Mo 12.09. Geschichten sind immer eine Form des Widerstands: Rut als gewagte Gegengeschichte
Mo 17.10. Güte ist genauso lebensfähig wie Grausamkeit: Barmherzigkeit und Recht
Mo 07.11. Liebe ist die größte Kreativität von allen: Eine authentische Geschichte des Wandelns

jeweils von 10.00-16.00 Uhr im Saal St. Marien, Vallendar | Leitung: Rosemarie Monnerjahn und Erik Riechers SAC

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Brunnentage in Dernbach

Das unendliche Leben einer wunderschönen Geschichte: Das Buch Rut

Sa 15.01. »Rut« startet im April
Sa 19.02. Alternativ in diesen 3
Monaten
Sa 12.03. ein Online-Angebot.
Sa 09.04. Eine Fremde geht auf Reisen und kommt als Unbekannte in die Stadt: Rut kennenlernen (Karl und Sylvia Ditt)
Sa 07.05. Die Welt neu erträumen: Perspektiven des Lebens, wenn alles Kopf steht
Sa 11.06. Ein Ausweg aus der Gewalt: Weg von Stereotypen, hin zur menschlichen Begegnung
Sa 10.09. Geschichten sind immer eine Form des Widerstands: Rut als gewagte Gegengeschichte
Sa 15.10. Güte ist genauso lebensfähig wie Grausamkeit: Barmherzigkeit und Recht
Sa 12.11. Liebe ist die größte Kreativität von allen: Eine authentische Geschichte des Wandelns

jeweils von 10.00 – 16.00 Uhr im Kloster Maria Hilf, Katharina-Kasper-Str.10, 56428 Dernbach/ Leitung: Rosemarie Monnerjahn und Erik Riechers SAC

ANMELDUNGEN bis 1 Woche vorher erforderlich: telefonisch 0261 6408 200 , Email: info@siebenquell.de

 

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Brunnentage am Lebensquell 2022

»Was der Lehrmeister kann«

 

Natürlich gibt es Lehrmeister immer nur dort, wo es um ein Handwerk geht, wo es um die praktische Umsetzung von theoretischen Erkenntnissen geht. Auch deswegen nennt John Shea Jesus den Lehrmeister unseres Glaubens, denn Glauben ist kein theoretisches Fach, wie Chemie oder Mathematik, sondern ein Handwerk. Und wir können ein Handwerk nicht lernen ohne Hand anzulegen. Auf den Wegen des Lehrmeisters, in seiner Gegenwart und in lebendiger Beziehung zu ihm,  kann Jesus uns beibringen, was er schon kann, nämlich die Kunst des Glaubens.

Sa 26.03. »Was der Lehrmeister kann«

jeweils von 10.00–16.00 Uhr im Kloster St. Dominikus, Datteln | Leitung: Erik Riechers SAC, Sylvia Ditt, Sr. Andrea OP und Sr. Josefa OP

Anmeldungen: Lebensquell Kloster St. Dominikus, Klosterstraße 7,  45711 Datteln-Meckinghoven
Telefon 02363 7286828, Email:  info@lebensquell-st-dominikus.de

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