»Gott liebt es nicht nur, unsere Geschichten zu hören, er liebt es,
seine eigene zu erzählen. Und, schlicht und einfach, wir sind die Geschichte, die Gott erzählt. Unsere Leben sind die Worte, die aus seinem Mund kommen.
Diese Einsicht hat die religiöse Phantasie immer angefeuert und sie weigert sich, rationalisiert oder abgetan zu werden. Die Überzeugung,
dass wir die Geschichte Gottes sind, setzt Urimpulse frei und aus einer Mischung aus Trotzigkeit, Dankbarkeit und Nachahmung erwidern wir das Kompliment. 
Wir erzählen die Geschichten Gottes.« – John Shea, Stories of God

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Ein Ort im Herzen:

Cnoc Suain

QUELLE: www.cnocsuain.com

Bei dem Drang, unseren Planeten zu retten, sehen wir zurzeit, wie Furcht eine starke Triebfeder ist. Wir werden gewarnt, dass, wenn wir jetzt nicht handeln, furchtbare Dinge uns befallen werden. Furchterregende Bilder einer apokalyptischen Zukunft werden ausgemalt. Ich leugne nicht, dass sie mich auch beängstigen.

 

In der Tat, die Furcht ist eine starke Triebfeder, aber nicht so stark, wie wir uns das vorstellen. Wenn Furcht reichen würde, warum werden dann nicht entscheidende Handlungen unternommen? Wenn Furcht reichen würde, warum geschieht so wenig radikale Änderung im Leben der Menschen? Die Antwort liegt in der Natur der Furcht selbst: Sie hat eine kurze Haltbarkeitsdauer. Irgendwann wird den Menschen die ständige Angst überdrüssig und die Furcht verliert ihre Macht über sie.

 

Es gibt eine Alternative, wenn auch eine langsamere und allmählichere. Wir können lernen, etwas zu retten, indem wir lernen, es zu lieben. Immerhin, warum die ganze Mühe, etwas zu retten, wenn wir es nicht wirklich lieben? Wir können die Welt so lieben lernen, bis wir uns danach sehnen, sie zu retten.

 

Es gibt privilegierte Orte, an denen das geschieht und ein solcher Ort ist Cnoc Suain. Er ist ein Rückzugsort für Kultur und Natur in Irland, dessen Gründer selbst bezeichnen als »ein Liebesdienst und alles-konsumierendes Lebensprojekt. Eine verknüpfte Leidenschaft für irische Tradition, Natur, Kreativität, Wissenschaft und erfahrungsorientiertes Lernen ist das Herz unseres Unternehmens.«

 

Für mich ist Cnoc Suain auch ein Ort der Erzähler. Erzähler können uns lehren, etwas tief genug zu lieben, um es retten zu wollen.

 

Cnoc Suan ist ein Ort, wo das Land eine Geschichte zu erzählen hat von allem, was es unterstützt und beherbergt und eine großzügige Heimat anbietet. Hier wird die Geschichte von dem Land erzählt, das mehr ist als nur ein Ort, den wir ausbeuten können, sondern unser gemeinsames Zuhause ist, das seine Menschen, ihre Kultur, die Sprache, die sie sprechen, die Lieder, die sie singen und die Geschichten, die sie erzählen, formt. Wenn Charlie Troy von Nachhaltigkeit und Biodiversität spricht, werden Sie spüren, wie Sie nicht nur besser informiert sind, sondern wie eine Freundschaft mit der Erde geformt wird. Erzähler können uns lehren, etwas tief genug zu lieben, um es retten zu wollen.

 

Die Kultur hat eine Geschichte zu erzählen. In Cnoc Suain werden Geschichten erzählt, wie diese Kultur beeinflusst, geformt und gestaltet wurde von den Menschen, die hier lebten und arbeiteten und von denen, die gezwungen waren, selbst das Exil zu suchen, als der Ort, den sie liebten, sie nicht mehr am Leben erhalten konnten. Wenn Dearbhaill Standún die Musik um Ihre Herzen webt oder die Geschichten, die aus dem Land geboren wurden, erzählt, dann werden Sie entdecken, dass das Land selbst eine Stimme hat in und durch diese Kultur. Die Landhäuser haben Geschichten zu erzählen von einer Einfachheit, die mehr Wärme in sich trug als alles, was unser Luxus aufbringen kann. Sie erzählen von geteilten Räumen des Lebens, von Räumen, die geschaffen wurden, um Menschen und nicht Güter zu beherbergen, von Herdfeuern, die die Mitte gehalten haben in Zeiten der Kälte, der Angst, des Hungers und der tiefen Sorge. Erzähler können uns lehren, etwas tief genug zu lieben, um es retten zu wollen.

 

Vor allem, in Cnoc Suain werden Sie leidenschaftliche Menschen finden und wo Menschen mit Leidenschaft zu finden sind, dort wird eine Geschichte zu finden sein. Denn ihre Leben sind eine Geschichte, die mit Fleisch und Blut und Knochen erzählt wird, eine Geschichte darüber, wie etwas so tief geliebt werden kann, dass wir dafür unsere Zeit, unser Leben und unser Herz investieren würden, um es zu erhalten, zu schützen und zu retten.  Hier werden Sie Menschen treffen, die Seele und Sehne geben, um einen einst aufgegebenen Ort neu zum Erblühen zu bringen für eine neue Generation, die nach Wegen sucht, anders zu leben. Charlie und Dearbhaill und ihre Töchter Eleanor und Dearbhaill Maedhbh sind Erzähler, die uns lehren können, diese Erde, diese Welt tief genug zu lieben, um sie retten zu wollen.

 

Unsere Freunde in Cnoc Suain suchen unsere Unterstützung. Mit ganzem Herzen legen wir  ihr Herzensprojekt Ihnen ans Herz. (http://www.kickstarter.com/projects/cnocsuain/cnoc-suain-conamara-a-place-in-the-heart). Unterstützen Sie, wo und wie weit es Ihnen möglich ist. Planen Sie einen Urlaub mit Cnoc Suain als Ziel. Besuchen Sie sie. Und sagen Sie es überall weiter.

 

Die Welt geht nicht unter mit der letzten Geschichte, sondern mit dem Tod des letzten Erzählers. Jetzt wissen Sie auch warum. Denn mit dem Tod des letzten Erzählers werden wir die Menschen verloren haben, die die Leidenschaft, den Antrieb und die Sehnsucht besitzen, die uns beibringen können, wie wir etwas tief genug lieben können, um es retten zu wollen. Wenn sie fort sind, wird es immer noch genug zu  retten geben, aber niemand, der genug liebt, um sich darum zu kümmern.

 

 

Erik Riechers SAC

Vallendar, den 13. Juni 2019