»Gott liebt es nicht nur, unsere Geschichten zu hören, er liebt es,
seine eigene zu erzählen. Und, schlicht und einfach, wir sind die Geschichte, die Gott erzählt. Unsere Leben sind die Worte, die aus seinem Mund kommen.
Diese Einsicht hat die religiöse Phantasie immer angefeuert und sie weigert sich, rationalisiert oder abgetan zu werden. Die Überzeugung,
dass wir die Geschichte Gottes sind, setzt Urimpulse frei und aus einer Mischung aus Trotzigkeit, Dankbarkeit und Nachahmung erwidern wir das Kompliment. 
Wir erzählen die Geschichten Gottes.« – John Shea, Stories of God

Nächster Abschnitt

Denk nach. Tu Gutes. Hab lieb.

Mit diesen Worten von Huub Oosterhuis beginne ich seit den katastrophalen Überschwemmungen meinen Tag. Sie helfen mir, mich zu sortieren. Die Bilder waren und sind schockierend und die Trauer und der Schrecken groß. Wer kann da unberührt bleiben?

Ich stelle mir die Frage: Trifft es mich mehr, weil es in unserer direkten Nachbarschaft geschieht?

 

Denk nach. Tu Gutes.

Hab lieb.

 

Ich höre diese schlichten Worte als Aufforderung, als Herausforderung.

Jedoch am meisten höre ich sie als Weisung. So erreichen die Worte mein Herz.

Eine Weisung, um dem Leben und der gesamten Schöpfung auf der Spur zu bleiben,

trotz und gerade wegen der großen Katastrophe.

Ein einfach weiter so, darf es doch nicht geben, oder!?

Was ist unsere Verantwortung, um dem Leben, über unser eigenes Leben hinaus, zu dienen?

Wie deuten wir die verheerenden Zeichen? Wissenschaftliche Belege zum Klimawandel gibt es doch genug.

Wie viele Menschen leiden schon seit Jahren unter den Klimawandel.

Dürreperioden, Überschwemmungen, Waldbrände sind doch unwiderlegbare Fakten.

Doch Wissen alleine scheint nicht zu genügen.

Wie und wo können wir konkret beginnen? Wohl zuerst bei den Menschen, die jetzt in Not sind.

Doch weitere Fragen drängen. Wieviel brauchen wir wirklich, um gut leben zu können?

Was können wir ändern, auch wenn es schwerfällt?

Da sind wir wohl alle gleichermaßen gewöhnungsbedürftig.

Es wird vielleicht schmerzlich sein sich einzuschränken, doch stellen wir uns ehrlich die Frage:

Sind wir bereit, den Preis die nachkommenden Generationen zahlen zu lassen?

 

Viele Menschen stellen sich in den Dienst für die Erhaltung der Schöpfung.

Viele Menschen denken nach.

Viele Menschen handeln daraus, werden konkret.

Viele Menschen helfen, sind vor Ort bei den Menschen, die so schrecklich viel verloren haben

und vor ihren Trümmern stehen.

Viele Menschen tun Gutes.

 

Ich bin gewiss, dass auch sie, die sie jetzt diese Zeilen lesen, nachdenken und Gutes tun.

 

Für mich hat dies viel mit solidarischer Liebe zu tun, wie Jesus sie uns vorgelebt hat.

 

Denk nach. Tu Gutes.

Hab lieb.

 

Jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Jeder kann etwas dazu beitragen.

Die Entscheidung beginnt in jedem Einzelnen von uns.

Ich bin gemeint, du bist gemeint, wir sind gemeint.

Bleiben wir dran, bleiben wir zuversichtlich,

so bleiben wir in guten Beziehungen, zu uns selbst, zu unseren Nächsten,

zur gesamten Schöpfung und beten wir weiter für das Leben.

 

Denk nach. Tu Gutes.

Hab lieb.

 

Schlichte Worte,

doch eine gewaltige Wirkkraft,

wenn wir danach zu leben wagen.

 

Sylvia Ditt

Koblenz, 22. Juli 2021