»Gott liebt es nicht nur, unsere Geschichten zu hören, er liebt es,
seine eigene zu erzählen. Und, schlicht und einfach, wir sind die Geschichte, die Gott erzählt. Unsere Leben sind die Worte, die aus seinem Mund kommen.
Diese Einsicht hat die religiöse Phantasie immer angefeuert und sie weigert sich, rationalisiert oder abgetan zu werden. Die Überzeugung,
dass wir die Geschichte Gottes sind, setzt Urimpulse frei und aus einer Mischung aus Trotzigkeit, Dankbarkeit und Nachahmung erwidern wir das Kompliment.
Wir erzählen die Geschichten Gottes.« – John Shea, Stories of God

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»Es knospt unter den Blättern.«

Im Dezember 2025 war ich bei einer Geburtstagsfeier. Zur Begrüßung sprach Sylvia einige Wort zu uns, die mich seitdem nicht mehr losgelassen haben. Kaum war sie fertig, da sagte ich zu ihr: »Das wäre ein wunderbarer Impuls!« Später schenkte sie mir den Text zur Veröffentlichung und ich freue mich ihn heute mit ihnen zu teilen.

Sylvia schrieb einen Text des Übergangs. In ihren Worten steckt die Haltung, die wir einnehmen können, wenn wir von einem Lebensalter in ein anderes gehen. Nun stehen wir alle vor dieser Aufgabe mit dem Beginn eines neuen Jahres, der Übergang von einem Jahr der Lebensgestaltung zu einem neuen, aber unbekannten Jahr der Lebensmöglichkeiten. Welche Haltung werden wir einnehmen? Welche Sichtweise werden wir anwenden? Mögen Sylvias Worte uns Hilfe und Begleitung zugleich sein. Vor allem aber mögen sie uns eine Inspiration sein.

Erik Riechers SAC

 

»ES KNOSPT UNTER DEN BLÄTTERN. DAS NENNEN SIE HERBST.« (Hilde Domin)

 

Damit habe ich Euch eingeladen.

 

Schön, dass Ihr Da seid!

Ich freue mich sehr, meinen Geburtstag mit Euch zu feiern.

Von nah und fern habt Ihr Euch auf den Weg gemacht und das in dieser Zeit,

wo so viel anderes uns beschäftigt…

Dahinein schenkt Ihr mir, in diesem Raum, eure Zeit… Danke!

 

Ich habe länger überlegt, ob oder wie ich diesen runden Geburtstag feiern will,

Ist es stimmig in diesem Jahr zu feiern?

Es ist viel passiert, Leben und Sterben.

Vieles war mächtig, berührend und es gab viele Prozesse zu durchgehen.

Manches konnte gut gestaltet werden,

Anderes galt es auszuhalten, doch wer kann davon hier nicht erzählen.

So ist das mit dem älter werden und es gibt hoffentlich viel zu erzählen.

Umso wichtiger meinen Geburtstag in diesem Jahr zu feiern, mit Euch.

Für mich eine besondere Zeit, wie ein Übergang.

Eine Zeit um zurück zu schauen, innezuhalten und mich weiter neu auszurichten.

 

Und irgendwie, seid ihr alle an verschiedenen Stellen meines Lebens dabei.

 

So kann ich von Glück sagen:

Danke, für das was war -

und kann in guter Hoffnung:

JA - sagen

für das was kommt,

komme was kommt.

 

Ich hab Glück!

Ich bin nicht allein.

 

Ich hab Glück,

den Hunger nicht zu kennen,

der im Magen rumort,

der Tisch ist gedeckt

mehr als Brot und Wein.

 

Ich hab Glück,

nicht zu frieren

und wie ich es brauch,

das Feuer zu schüren,

um mich daran zu wärmen.

 

Ich hab Glück,

kann in freundliche Gesichter schauen

und dies nicht nur an Feiertagen.

Augen mir zugetan!

 

Hab auch Glück,

den Schmerz zu kennen und zu benennen

denk an die, die nicht nur heute mir fehlen.

 

Ich hab Glück,

auch diese Liebe zu spüren.

Sie sind nicht verloren

und durch uns,

auch jetzt da.

 

Was ein Glück, was eine Fülle

in dieser Zeit….

Wie nennt man sie noch?

 

Trag Knospen der Hoffnung in meinem Herzen,

möge es zur Blüte kommen.

So kann ich - GUT sein lassen-

Gut SEIN LASSEN.

 

Und ich möchte wieder singen,

wenn auch so leise wie möglich.

Möge es sein:

jeder Morgen ein Neubeginn,

Worte, die aufblühen,

wo wir drin wohnen können, sicher

mit wem denn auch,

der uns lieb ist.

 

JA wieder singen, wenn auch

leiser als möglich.

 

Dank Euch,

mehr – als ein:

Gott sei Dank!

 

Ihr Lieben, stoßen wir an,

auf einen frohen gemütlichen Abend,

gute Begegnungen!

Tun wir recht, das zu leben.

AUF DAS LEBEN!

 

 

Sylvia Ditt

Arzheim, den 08.01. 2026