Die »Herdfeuer«-Kurswoche auf dem Ritten

Unsere Herdfeuer-Kurswoche Ende September 2018 im Haus der Familie in Südtirol stand unter dem Thema

»Das ungelebte Leben: Geschichten des Verkleidens und Versteckens«.

Die Kelten erinnern uns an die Warnung der Bibel, dass Täuschen und Verstecken nicht zu Heil und Leben führen, sondern uns daran hindern, das zu leben, was wir von Gott her sind.

Dazu stiegen wir in große Genesis-Erzählungen ein.

Am ersten Tag stand eine sehr typische Verkleidungs-Geschichte im Mittelpunkt: Jakob gibt sich als sein älterer Bruder Esau aus, um den Erstgeburtssegen zu erhalten. Intensiv stiegen wir ein in die vier Charaktere, um schließlich zu erkennen: Niemand hat am Ende Heil gefunden nach dieser Täuschung.

Jakob, Rahel, Lea und ihr Vater Laban zeigten uns in ihrer großen Täuschungsgeschichte, dass jedes Verkleiden und Täuschen auch eine allmähliche, nicht vorherzusehende Wirkung hat.

 

Eine eher weniger bekannte Täuschungsgeschichte ist die von Tamar und ihrem Schwiegervater Juda, in der wir vielfältige Formen des Verbergens und Täuschens entdeckten. Dabei fiel uns besonders auf, welches Unheil entsteht durch Fantasien, die wir auf andere projizieren.

All diese Täuschungsgeschichten münden in die Geschichte von Josef und seinen Brüdern. Sie endlich beantwortet die Frage, wie das Unheil, das durch Rivalität und Täuschen, durch Verbergen und Verkleiden entstanden ist, wieder in Heil gewandelt werden kann. Die Parallelität der Geschichte von Eifersucht und Verkauf des Josef in Gen 37 und der Wiederbegegnung(en) in Ägypten (Gen 42-45) zeigen: Was allmählich auseinanderging, kann nur allmählich geheilt werden. Und ohne Umkehr gibt es keine echte Versöhnung.

 

Am letzten Tag kamen die Kelten zu Wort mit ihrem großen Anliegen: Was geschieht mit einem Menschen, der sich versteckt und verkleidet? Wer sich nicht zeigt, sondern im Schweigen bleibt, entfremdet sich von sich selbst und von Gott und erzählt keine Geschichten - und dies lässt Leben ungelebt sein.

An den Abenden versammelten wir uns um die große Sage »König Laurin und sein Rosengarten« von Karl Felix Wolff, in der viele Themen der Tage anklangen und die uns tiefer hineinwob in die Welt, in der wir in diesen Tagen lebten.

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