Brunnentag im Lebensquell Kloster St. Dominikus

Schema: eine biblische Spiritualität des Hörens

»Höre!«, »Schema!«, ist eines der wichtigsten Worte der biblischen Erzählung und gleichzeitig eines der am wenigsten verstandenen Worte dieser Erzählung.

Darum widmeten wir ihm einen Brunnentag in Datteln.

Im Buch Deuteronomium sagt Mose: » Höre, Israel. Er, unser Gott, Einer und einzig. Liebe ihn dann, deinen Gott, mit all deinem Herzen, mit all  deiner Seele, mit all deiner Kraft.«  Dtn 6, 4-5)

Biblisches Hören bedeutet

  • Wahrnehmen (schenke dem Wort deine Achtsamkeit)
  • Aufnehmen (integriere es)
  • Mitnehmen (gestalte mit ihm dein Leben)

Wer biblisch leben will, muss eine Religion des Hörens leben. Denn rechtes Hören ermöglicht Glauben und Erkenntnis. Sehen können wir aus der Distanz, Äußerliches kann uns täuschen. Hören jedoch erfordert Nähe, ja Intimität und Beteiligung. Nur im Hören und Sprechen verstehen wir wirklich, können wir die Wirklichkeit deuten. Redend offenbart sich Gott und hörend kommen wir ihm nahe.

Wollen wir Hörende werden, sollten wir uns mit unserer Taubheit auseinandersetzen. Denn taub sind wir für das, was uns erst einmal fremd und ungewohnt ist. Dazu erzählt Jesus im Markusevangelium (Mk 4, 1-9) das Gleichnis von der Erde, auf die in unterschiedlicher Form die Saat fällt. Mal ist sie hart, ein fest getrampelter Weg, und kann nichts aufnehmen. Mal ist sie von Felsen durchsetzt, die Wachstum verhindern. Mal wachsen wuchernde Sträucher auf ihr, die die heranwachsende Saat ersticken. Und dann gibt es gute Erde, die sich vervielfältigende Frucht bringt. »Wer Ohren hat zu hören, der höre!« sagt Jesus am Ende des Gleichnisses. Die gute Erde ist schon immer da, doch manchmal muss sie aufgelockert werden, ein anderes Mal muss ich schauen, welche Blockaden da sind und sie sanft entfernen. Oder ich muss sie befreien von Unwesentlichem, das sich wuchernd ausbreitet. Dann darf und kann wachsen, was in sie an Saat hineinfällt. Die Saat ist das Wort Gottes und die gute Erde – unser Herz!

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